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Jäger auf dem Ahrsteig

Folgenden Bericht haben wir von einem Wanderer erhalten, dem der Spaß am Wandern durch eine Jagd verdorben wurde:

Am 27.10.2015 wollten meine Frau und ich auf einem Teilstück des Ahrsteigs wandern, Ausgangspunkt Aremberg. Nordöstlich des Arembergs standen wir jedoch gegen 11.15 Uhr vor einem mitten auf den Weg gestellten Warnschild „Jagd“. Wir überlegten kurz, ob es sich vielleicht nur um einen vorsorglichen Sicherheitshinweis handelte und wir unseren Weg trotzdem fortsetzen konnten. Dann hörten wir jedoch Hundegebell und sahen plötzlich in etwa 50 Meter Entferung Wild über den Weg setzen. Später hörten wir auch einen Schuss. Es handelte sich hier zweifelsfrei um eine Treibjagd. Obwohl noch vor dem Schild stehend, fühlten wir uns bereits gefährdet, denn wer wollte ausschließen, dass auch Wild in unsere Richtung gehetzt wurde? Wir sahen für uns keine andere Möglichkeit, als umzukehren, denn sinnvolle Umgehungs-Alternativen gab es nicht, zumal nicht erkennbar war, wie weit die Gefahrenzone reichte.

Meine Frage ist: Wie kann, wie darf so etwas sein? Eine Treibjagd am hellichten Tag, aufgrund derer ein renommierter Qualitätswanderweg unpassierbar wird! Dazu noch mitten in einem Naturschutzgebiet! Es gab auch keinerlei rechtzeitigen Hinweis, etwa im Ort Aremberg, der uns hätte davon abhalten können, die Wanderung überhaupt anzutreten.

Meines Wissens sind Naturschutzgebiete vielfach als „Befriedetes Gebiet“ in Bezug auf Jagd ausgewiesen, aber natürlich kenne ich nicht die genaueren gesetzlichen Bestimmungen für das Naturschutzgebiet Aremberg. Allerdings lese ich in der Verordnung über das Naturschutzgebiet Aremberg vom 24. Oktober 1977 unter § 3 Abs. 2: „Alle Maßnahmen, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen sind verboten, insbesondere … 12. das Nachstellen der freilebenden Tiere einschl. ihrer mutwilligen Beunruhigung sowie das Beschädigen ihrer Brut- und Wohnstätten.“
Für mich erfüllte diese Treibjagd eindeutig den Tatbestand des Nachstellens freilebender Tiere einschließlich ihrer mutwilligen Beunruhigung. Für Gesetzgeber und Behörden aber anscheinend nicht … (?)

Noch eine persönliche Anmerkung: Ich habe nicht das Geringste gegen Jagd und Jäger. Ich verzehre selbst gern Wild, insbesondere auch, weil es bei verantwortungsvoller Bejagung stressfrei getötet wird. Wie jedoch hinreichend bekannt ist, ist dies bei den in der Regel von Hobbyjägern betriebenen Treibjagden keineswegs der Fall, und diese stehen daher zu Recht in zweifelhaftem Ruf.
Wir empfinden das beschriebene Erlebnis jedenfalls als Skandal und alles andere als eine Werbung für den Ahrsteig!

kartenausschnitt

Kartenausschnitt aus der
Wanderkarte des Eifelvereins Nr 11 oder 12.

Ein Kommentar zu “Jäger auf dem Ahrsteig”

  1. Profilbild von admin admin sagt:

    Inzwischen hat die Tourist-Information Adenau ihr Bedauern über diesen Vorfall geäußert und dem Wanderer ein „Trostpflaster“ übersandt. Das finde ich angemessen und anständig. Allerdings hat die Forstbehörde behauptet, dass die Jagt nicht im Natuschutzgebiet stattgefunden hätte. Was etwas verwundert, wenn man sich den Kartenausschnitt anschaut, auf dem der Wanderer die Stelle markiert hat, wo das Warnschild stand und wo von Hunden gehetztes Wild in Pfeilrichtung über den Wanderweg setzte. Die Tourist-Information Adenau will sich um eine bessere Zusammenarbeit mit der Forstbehörde bemühen.


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